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Projektwoche der Jugendhilfestation Cuxhaven

Nicht nur die Natur erlebt sondern auch Freundschaften geschlossen.

Im Zusammenhang mit der Projektreihe „MuT – Machen und Tun“ haben zehn Kinder aus dem Sozialraum der Jugendhilfestation Cuxhaven-Ritzebüttel in den Sommerferien den Landkreis Cuxhaven von einer anderen Seite kennen gelernt. Vom 08. bis 18. Juli nahmen die Jungen und Mädchen im Alter zwischen 8 und 12 Jahren an dem Projekt „An der Küste – Spielen, lachen, selber machen“ teil und konnten während der sechs Treffen die Küstenregion und ihre naturtypischen Ereignisse aktiv erleben. Gespickt mit spielerischen und künstlerischen Elementen gelang eine kindgerechte Wissensvermittlung von komplexen naturwissenschaftlichen Prozessen rund um die Themenbereiche Wald, Wasser und Watt. Geleitet wurde das Projekt von Wolfgang Schneider und Celina Hentschel, Sozialpädagogen der Jugendhilfestation Cuxhaven-Ritzebüttel.
In der Gruppe wurde gemeinsam am ersten Tag nach einem anfänglichen Kennenlernen die Planung und Organisation der weiteren Termine in die Hand genommen. Die Kinder haben ihre Gedanken, Wünsche und Erwartungen zum Projektablauf und -inhalt geäußert und so die Ausgestaltung des Projekts aktiv beeinflusst. Das Diskutieren, Argumentieren und Schließen von Kompromissen im Gruppenkontext gehörte dabei selbstverständlich dazu. Nach dem Abschluss dieser organisatorischen Aufgaben baute jeder der Mädchen und Jungen zum Einstieg in die Projektthemen eine Wanduhr. Kleine Holzplatten und Baumscheiben wurden künstlerisch individuell verziert, durchbohrt und ein vorgefertigtes Uhrenwerk eingesetzt. Das noch gute Wetter wurde genutzt, sodass der erste Tag auf dem kleinen Spielplatz hinter der Jugendhilfestation ein aktives Ende fand.
Der zweite Tag stand ganz unter dem Motto der Expedition. Bei einer rund 9 Kilometer langen und teilweise orientierungslosen Wanderung durch den Wernerwald und am Rande des Ortsteils Arensch entlang, mit dem Ziel Sahlenburger Strand, hatten die Kinder die Aufgabe verschiedenste Naturmaterialien, wie Äste, Tannenzapfen, Steine, Muscheln oder anderes Strandgut zu sammeln. Mit Hilfe einer Auszeit auf dem Spielplatz beim Sahlenburger Kletterpark und der Aussicht auf einen anschließenden Imbiss wurde der Rückweg zum Ausgangspunkt trotz schwerer Beine tapfer gemeistert.
Der letzte Tag der ersten Woche hatte den Slogan „Der Kreativität freien Lauf lassen“. Die Mädchen und Jungen verwerteten ihre am Expeditionstag gesammelten Naturmaterialien zu wahren Kunstwerken. Mit Hilfe von Farbe, Bändern, Kleber und Co. wurden Traumfänger, Teelichtuntersetzer, Steintiere und andere dekorative Figuren hergestellt. Das viele Basteln machte natürlich hungrig und so ging es zum gemeinsamen Kochen rüber in das Bürgerzentrum des Stadtteilvereins Ritzebüttel aktiv e.V. direkt neben der Jugendhilfestation. Spaghetti mit Gemüsesoße befanden sich auf dem Speiseplan. Die Aufgaben wurden verteilt. Einige Kinder deckten den Tisch, andere schnippelten das verschiedene Gemüse und die nächsten kochten die Nudeln. Gemeinsam wurde ein leckeres, eigens kreiertes Gericht gezaubert. Am Ende dieses Tages nahmen die Mädchen und Jungen ihre am Vormittag gebastelten Werke voller Stolz mit nach Hause.
Die zweite Woche des Projekts startete mit einem Ausflug in das Natureum Niederelbe nach Balje. An übersichtlichen und kindgerecht aufbereiteten Hinweistafeln und interaktiven Stationen wurden vielfältige Informationen über die charakteristischen Abläufe und Gegebenheiten unserer Küstenregion und die hier ansässigen Tiere vermittelt: die Gezeiten wurden simuliert, ein aktiver Bienenstock von innen betrachtet und die Entstehung und der Aufbau unserer Landschaft anhand von Skulpturen nachvollzogen. Bei unserem Besuch im Natureum behandelte die Sonderausstellung das Thema „Fisch“. Dabei erfuhren wir etwas über die verschiedenen Fischarten und Fangmethoden, aber auch über die Verarbeitung und Zubereitung des Fisches. Durch das Ausprobieren und direkte Beobachten an den verschiedenen Themenstationen wurden die Lerninhalte für die Kinder um einiges verständlicher.
Am vorletzten Projekttag ging es in den Zoo am Meer nach Bremerhaven. Dabei studierten die Kinder das Verhalten der Tiere untereinander aber auch bei der Fütterung. Viele Fragen wurden gestellt und konnten durch Erklärungsschilder und durch die Erzählungen der Tierpfleger*innen beantwortet werden. Das durchwachsene Wetter hielt die Kinder nicht davon ab, auf dem großen Spielplatz auf dem Zoogelände herumzutoben, bevor die Rückfahrt angetreten werden musste.
Das Wetter meinte es zum Abschluss des Projektes nochmal gut mit uns. Die Sonnenstrahlen wurden bei einem Strandbesuch eingefangen und es war eine kleine Wattwanderung möglich, bei der Krebse beobachtet und Muscheln gesammelt wurden. An diesem Tag konnte den Kindern nochmal einige Informationen über das Watt und die damit verbundenen Gegebenheiten und Prozesse vermittelt werden. Im Anschluss ging es zunächst gemeinsam einkaufen und danach wieder in das Bürgerzentrum. Zur Stärkung wurden selbst gemachte Burger zubereitet. Die Projektwoche fand mit einer kleinen Reflexionsrunde und der Übergabe von Teilnahmeurkunden ein schönes Ende.
Trotz der kurzen Zeit entstand unter den Kindern schnell ein Wir-Gefühl, bei dem gegenseitiges Erklären und Unterstützen zur Selbstverständlichkeit wurde. Sogar einige Freundschaften konnten während der Projektwoche entstehen.
Das Projekt „An der Küste – Spielen, lachen, selber machen“ kann somit rund um als erfolgreich und wiederholenswert angesehen werden und gibt den Startschuss für weitere Projekte der MuT-Reihe.

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