Archiv 2014

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Erste-Hilfe auch für die Jugendlichen

Vor fünf Jahren wurde in Hollen das Jugendrotkreuz gegründet.

In diesem Jahr fand zum ersten Mal ein kompletter Erste-Hilfe- Lehrgang für Kinder und Jugendliche im Dörphuus Hollen statt, zu dem sich schnell 17 Teilnehmer aus der ganzen Süd-Börde Lamstedt im Alter von sechs bis 18 Jahren angemeldet hatten.
Die Gründe für den Besuch dieses zweitägigen Lehrganges waren so unterschiedlich, wie der Lernstoff: für Ann-Katrin war es eine Auffrischung des bereits Erlernten, da sie an der Oberschule in Lamstedt im Schulsanitätsdienst mitarbeitet, für Tim und Marina ging es um die notwendige Bescheinigung für den Führerschein und für einige Mädchen als Basis für den Babysitter Job. Aber auch die Grundschüler Tabea, Lysann, Jannis und Lenn waren voller Eifer dabei und lernten, Verbände anzulegen und das richtige Verhalten am Unfallort.
Yvonne Kühne, Ausbilderin beim DRK, war mit vier Ausbildungshelfern nach Hollen gekommen, um nicht nur theoretischen Unterricht, sondern besonders viele praktische Übungen und Fallbeispiele anbieten zu können.
Perfekt geschminkt von DRK-Ausbilderin Yvonne Kühne spielte Assistentin Nathalie Krause absolut realistisch eine gestürzte, hilfsbedürftige Person mit Kopf- und Armverletzungen. Da mussten die Kinder in einer Gruppe diese realitätsnahe Situation bewältigen – von Wärmedecke umlegen, bis Verband anlegen und den Notruf absetzen. Als besondere Überraschung sorgte eine Blutung aus dem Mund für die Extraportion Dramatik. Assistent Peter Kühne achtete auf jede Kleinigkeit und in einer Nachbesprechung wurden alle wichtigen Punkte noch mal erläutert und erklärt.
Auch Ausbildungshelfer Ron Eric Wessel wurde mit Theaterschminke als "Küchenopfer" dargestellt und forderte somit die zweite Gruppe zum Handeln auf. Ron Eric mimte nach einer Brandwunde und Stichverletzung den Kreislaufzusammenbruch und stellte die Nachwuchsretter somit vor eine völlig neue Situation. Auch hier wurde schnell der Notruf abgesetzt und ein Kind zum Einweisen des Krankenwagens abgestellt. Verbände anlegen und wärmende Rettungsdecke umlegen machten die Junioren schon sehr professionell. Ausbilderin Yvonne Kühne und Assistent Timo Litfin achteten auf die Sofortmaßnahmen der Kinder und machten auch mit dieser Gruppe eine ausführliche Nachbearbeitung der imitierten Notlage.
„Wichtig ist immer die Kontaktaufnahme zum Verletzen, dadurch merkt man schnell, ob sich der Zustand verschlechtert oder ob weitere Erste Hilfe-Maßnahmen vor Eintreffen des Rettungswagens notwendig sind“ sagt Yvonne Kühne und ermutigt die Kinder immer wieder zum Ansprechen des „Verletzten“. Am besten auf Augenhöhe und von vorne den Kontakt aufnehmen und halten.
Die Teilnehmer lernten aber auch noch, wie man eine Unfallstelle absichert und wie man für die Rettungssanitäter Platz schafft. Trifft man in einer Gruppe auf einen Verletzten, sollte einer das Kommando übernehmen und die Helfer sinnvoll ihren Möglichkeiten entsprechend dirigieren. Im realitätsnahen Fallbeispiel schickte Melissa die jüngste Teilnehmerin zum Einweisen des Krankenwagens an die Tür, damit wollte sie vermeiden, dass diese zu viel Blut sehen musste.
Mehrere teilweise angekündigte, teilweise aber auch plötzlich auftretende „Unfallsituationen“ sorgten für einen realitätsnahen und praxisbezogenen Ablauf des zweitägigen Lehrganges. Aber auch die wichtigen Punkte wie stabile Seitenlage, Reanimation, Verbände anlegen, Verbrennungen und Vergiftungen sowie Sportverletzungen wurden den interessierten Kindern und Jugendlichen vermittelt. Dank des professionellen Teams vom DRK Otterndorf wurde man allen Teilnehmern gerecht und jeder konnte seinem Alter entsprechend viel Nützliches mitnehmen.
Damit den Kindern und Helfern, das Wochenende nicht allzu lang wurde, sorgten die Hollener JRK-Gruppenleiterinnen Eleonore Häusler, Stefanie Miesner und Petra Baack für eine abwechslungsreichen Rundumverpflegung.

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