Archiv 2017

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Das war die zentrale Botschaft des Themenabends „Syrien“, …

…den der Politikkurs des 12. Jahrgangs mit Lehrerin Franziska Zamzow und der Courage-AG des Gymnasiums Otterndorf in Zusammenarbeit mit zwei geflüchteten Syrern, Walid Haji und Belal Zedan, vorbereitet hatte. Denn gerade „der persönliche Kontakt und die Begegnung mit Menschen ist der Schlüssel zu einer gelingenden Integration“, so Alisa in ihrem Schlusswort zum Abend.
Überwältigend war die Resonanz, mit der sowohl die Schüler als auch Schulleitern Frau Dr. Reinke nicht gerechnet hätten. In der Aula des Schulzentrums mussten sogar noch weitere Stühle für die ankommenden Gäste bereitgestellt werden.
Die Idee zum Themenabend entstand durch die Initiative von Politiklehrerin Franziska Zamzow und der von Aktion Mensch geförderten DRK-Koordinierungsstelle Flüchtlingswesen in Otterndorf. Gemeinsam mit Frau Dr. Gisela Penteker, Mitglied im niedersächsischen Flüchtlingsrat wurde überlegt, wie das aktuelle Thema „Integration“ aufgegriffen werden kann. Die Schüler begeisterten sich für die Ausgestaltung des Abends und brachten kreative Ideen, viel Engagement und differenzierte eigene Betrachtungen mit ein.
Der Themenabend begann mit einem packenden Kurzfilm aus Bildern zum Bürgerkrieg in Syrien, der die Aufmerksamkeit der Anwesenden sogleich fesselte. Walid und Belal folgten mit einem Kurzvortrag zu ihrem Heimatland, der authentische Einblicke zu Syrien vor dem Ausbruch des Bürgerkrieges lieferte. Danach gingen die Schüler der Frage nach, wie es eigentlich zu dem Konflikt kam, welche Parteien daran beteiligt sind und wie der Bürgerkrieg bisher verlief. Flüchtlingskoordinatorin Rabea Carrero leitete in die kurze Pause mit dem Appell ein, sich mit Offenheit und Neugier zu begegnen und gern auch die Angebote beim DRK, wie das Internationale Café (10.12. ab 14 Uhr) oder das Frauencafé (20.12. um 14:30 Uhr), dafür zu nutzen.
Nach einer kurzen Stärkung aus syrischen und deutschen Spezialitäten in der angrenzenden Mensa ging der Abend mit einem von den Schülern mit viel Mühe selbstgedrehten Film über Ausschnitte aus dem Leben von Walid und Belal weiter. Die Schüler hatten die beiden Männer an verschiedenen Orten, wie beim Deutschlernen im Integrationskurs, beim Praktikum im Zahntechniklabor oder während der gemeinsamen Gartenarbeit im ehrenamtlichen Gartenprojekt besucht und interviewt.
Anschließend stellte die Courage-AG den geflüchteten Syrern Fragen zu ihrer Flucht und ihrem Ankommen hier in Deutschland. Das schlimmste Erlebnis während der Flucht, so Belal Zedan, sei die Überfahrt mit dem Schlauchboot von der Türkei nach Griechenland gewesen, weil er nicht wusste, ob er lebend ankommen würde. Endlich in Deutschland anzukommen, in Sicherheit zu sein und Demokratie zu erleben, brachte große Erleichterung für die beiden. „Deutsch ist eine sehr schwere Sprache“, so Walid Haji, besonders zu schaffen mache ihm der Kampf mit Akkusativ und Dativ. Viel Unterstützung nicht nur beim Deutschlernen erfahren die Männer und ihre Familie beim Gartenprojekt, an dem sie mit viel Begeisterung teilnehmen und das ihnen das Ankommen hier in Otterndorf sehr erleichtert.
Der Abend endete mit lautem Beifall und der Hoffnung, damit einen kleinen Schritt in Richtung gelingender Integration gemacht zu haben.

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